Karnevalverein 1840 Neustadt e.V.

Die Geschichte des KVN ist zugleich auch ein Stück Stadtgeschichte von Neustadt und begann mit der Vereinsgründung durch fasnachtsbegeisterte Bürger, an ihrer Spitze Johann Casimir genannt „Goswin“ Tischleder.

Die Geschichte einer der ältesten Karnevalvereine der Pfalz, ist zugleich auch ein Stück Stadtgeschichte von Neustadt und begann mit der Vereinsgründung durch fasnachtsbegeisterte Bürger, an ihrer Spitze Johann Casimir „Goswin“ Tischleder. Dieser 21-jährige, engagierte Sohn einer Gutsbesitzerfamilie war in den ersten Jahren Präsident und Motor des Vereins. Leider starb er schon 1845. Auf ihn lässt sich auch die Einführung des berühmten, weil einmaligen, Neustadter Narrenspasses zurückführen. Diese Ausweispapiere wurden in den Jahren 1842 – 1931 für alle Aktiven ausgegeben und hatten Gültigkeit bis Aschermittwoch. Die Jubiläumsfeierlichkeiten 1891 gerieten zu einem großartigen Erfolg. Zeitungsberichten ist zu entnehmen: “Die Straßen wimmelten von Menschen und die Gasthäuser waren überfüllt… Um 5 Uhr abends war in Neustadt kein Stück Brot mehr aufzutreiben, kein Fleisch, keine Wurst, kein Käse… Nur der Wein, der reichte, der war da in Hülle und Fülle, obgleich auch er in riesigen Mengen herhalten musste, um den Durst zu stillen. Ein Beweis, dass man in Neustadt wohl verhungern, jedoch nie verdursten kann“. Am Fasnachtssonntag 1895 fuhr ein Sonderzug des KVN nach Kaiserslautern, wo am Bahnhof und später in der Fruchthalle karnevalistische Konzerte und gesellige Reunions abgehalten wurden.

 

Zur Jahrhundertwende 1900 veranstaltete der KVN einen Narrenzug mit 76 Gruppen und rund 30.000 Zuschauern aus nah und fern. Der KVN überstand mit Höhen und Tiefen den ersten Weltkrieg und die zwanziger Jahre. Unvergessen ist aus dieser Zeit der Nudelfabrikant Walter Engelmann, der 1926 als „Walter von der Nudelweide“ das Präsidentenzepter übernahm und den Verein durch die kommenden, schweren Zeiten führte. Das Jahr 1934 brachte zwei noch heute wichtige Änderungen hervor: der bisherige Prinz Karneval bekam den Titel „Prinz Vino Palatina“ und das immer noch aktuelle Vereinswappen mit dem Untertitel „IN VINO VERITAS“ wurde vorgestellt. 1937 war der KVN mit 3 Vertretern bei der Gründung des Bund Deutscher Karneval (BDK) in München anwesend.

 

In Jahr 1939 wurde der Schlachtruf „Neu-Wei“ (Neustadt Weinstrasse) ver-kündet. In den folgenden Kriegsjahren wurde das fasnachtliche Brauchtum ein-gestellt und erst wieder 1947 zu Leben erweckt. Waren doch in den ersten Jahren die Prinzen Vino Palatina männlichen Geschlechts, so wurden nach dem Krieg fast nur noch jungen, charmanten Frauen die Prinzenwürde verliehen. Seit 1934 hat der KVN 59 weibliche, 10 männliche Prinzen, sowie 4 Prinzenpaare präsentiert, die zugleich auch das Amt des Stadtprinzen der Stadt Neustadt inne hatten.1954 hat Präsident Hans Lührs zusammen mit dem damaligen Ober-bürgermeister Edwin Hartmann die Schlüsselgewalt bis Aschermittwoch ins Leben gerufen.

 

Das 150-jährige Jubiläum wurde 1991 mit großem Aufwand im Hambacher Schloss gefeiert. Die anschließende Kampagne fiel dem Golfkrieg zum Opfer und stürzte den KVN in finanzielle Schwierigkeiten (wie viele andere Vereine auch) da die entsprechenden Einnahmen fehlten. 1997 wurde der lange gehegte Wunsch nach einem eigenen Vereinsheim wahr und das „Narrenstübchen“ in der Fröbelstrasse gekauft. 2003 war ein turbulentes Jahr in der Vereinsgeschichte, denn nach internen Meinungsverschiedenheiten spaltete sich ein Teil der Mitglieder vom KVN ab und gründete einen neuen Verein. Der KVN legt sehr viel Wert auf die Jugendarbeit. Die rund 70 aktiven Kinder und Jugendlichen verteilen sich auf die Purzel-, Jugend-, Juniorengarden, sowie die Prinzengarde als Leibgarde des Prinzen Vino Palatina. Die 200 Mitglieder (Stand 2016) sind bei den fasnachtlichen Höhepunkten wie z.B. Ehrenabend mit Inthronisierung, Prunksitzungen, große Seniorensitzung im Saalbau, Weiberfasnacht und Kindermaskenball aktiv. Zwischen Aschermittwoch und 11.11. beteiligt sich der KVN an verschiedenen Veranstaltungen in der Stadt, so z.B. mit eigenen Ausschankstellen bei der „Jakobuskerwe“ in Neustadt-Hambach und beim Deutschen Weinlese-fest.

Unser Verein lebt von den Mitgliedern. Wir sind angewiesen auf aktive Mitglieder, die sich für unsere Ziele engagieren. Wenn Sie Ihre Erfahrung, Ihr Wissen und Können gerne einbringen möchten, freuen wir uns über Ihre Mitgliedschaft. Selbstverständlich sind wir auch dankbar für finanzielle Unterstützung. Wenn Sie uns auf diesem Weg helfen wollen, unsere Ziele zu erreichen.

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Präsident
Petr Hoffmann
Alfred-Delp-Straße 10
68163 Mannheim
E-Mail: praesident@KVN1840.de